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Tonstudio ist kein häusliches Arbeitszimmer

(BFH, Urt. v. 28.08.2003 - IV R 53/01)

Leitsatz des Gerichts:
Ein Tonstudio ist kein häusliches Arbeitszimmer iSd. § 4 V 1 Nr.6b EStG, selbst wenn es mit den Wohnräumen des Steuerpflichtigen räumlich verbunden ist.

Der Kläger (Kl.) erzielte im Streitjahr 1998 als Musiker und Komponist Einkünfte aus selbstständiger Arbeit. Für die Tätigkeit als Musiker und Komponist nutzte er einen 18 qm großen Raum in seiner Mietwohnung. In den Raum hatte er 1997 mit einem Kostenaufwand von 9.755 DM eine Schallschutzzelle (Soundblocker) einbauen lassen. Im Streitjahr machte der Kl. für diesen Raum anteilige Mietkosten iHv. 4.715 DM in vollem Umfang als Betriebsausgaben bei seinen Einkünften aus selbstständiger Arbeit geltend.

Das beklagte Finanzamt erkannte die Raumaufwendungen nur iHv. 2.400 DM als Betriebsausgaben an, weil der Raum als häusliches Arbeitszimmer den Abzugsbeschränkungen des § 4 V 1 Nr.6b EStG unterfalle und nicht den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit des Kl. gebildet habe.
Das FG hat die dagegen gerichtete Klage abgewiesen. Die Revision des Kl. war erfolgreich und führte zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zurückverweisung der Sache an das FG.

Es könne vorliegend nicht abschließend entschieden werden, so der BFH, ob die geltend gemachten Aufwendungen deshalb in voller Höhe abziehbar sind, weil der vom Kl. genutzte Raum nicht als häusliches Arbeitszimmer anzusehen ist. Hierfür müsste das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bilden.

Der Begriff des häuslichen Arbeitszimmers sei nicht näher bestimmt. Die Abzugsbeschränkung erfasse das häusliche Büro, d.h. einen Arbeitsraum, der seiner Lage, Funktion und Ausstattung nach in die häusliche Sphäre des Steuerpflichtigen eingebunden ist und vorwiegend der Erledigung gedanklicher, schriftlicher oder verwaltungstechnischer Arbeiten dient. Der Nutzung entsprechend sei das häusliche Arbeitszimmer daher typischerweise mit Büromöbeln eingerichtet, wobei der Schreibtisch regelmäßig das zentrale Möbelstück darstelle.

Auf Grund der bisherigen Feststellungen sei keine Entscheidung möglich, ob der vom Kl. für seine Musiker- und Komponistentätigkeit genutzte Raum als häusliches Arbeitszimmer im genannten Sinne anzusehen ist. Nach den bisherigen Feststellungen sei der Raum u.a. mit einer Schallschutzzelle ausgestattet. Dies deute darauf hin, dass er nicht ohne weiteres dem oben dargestellten Raumtypus zugeordnet werden kann. Indes rechtfertige das Vorhandensein einer Schallschutzkabine allein noch nicht die Annahme, dass der 18 qm große Raum als Tonstudio oder als vergleichbare Räumlichkeit anzusehen ist.

Quelle: BFH online
[§ 4 V 1 Nr.6b EStG]


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