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Häusliches Arbeitszimmer eines Schulleiters mit Unterrichtsverpflichtung

(BFH, Urt. v. 09.12.2003 - VI R 150/01)

Leitsatz des Gerichts:
Einem Schulleiter mit Unterrichtsverpflichtung wird das Dienstzimmer in der Schule grundsätzlich nur für die Verwaltungstätigkeit, nicht aber für die Lehrtätigkeit (Vor- und Nachbereitung des Unterrichts) zur Verfügung gestellt, so dass Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer in Höhe von 2.400 DM (jetzt: 1.250 Euro) regelmäßig zu berücksichtigen sind.

Die Kläger (Kl.) ist Lehrer und Leiter eines Gymnasiums. Sein Unterrichtspensum beträgt acht Stunden pro Woche. Als Schulleiter steht ihm in der Schule ein Dienstzimmer zur Verfügung. Mit der Einkommensteuererklärung für das Streitjahr 1997 machte der Kl. u.a. Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer iHv. 2.400 DM als Werbungskosten geltend, die das beklagte Finanzamt aber nicht anerkannte.

Das FG hat die dagegen gerichtete Klage abgewiesen, weil dem Kl. mit dem Dienstzimmer in der Schule ein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung gestanden habe. Der Raum sei für die Erfüllung der dienstlichen Aufgaben objektiv geeignet gewesen; das gelte für die Tätigkeit des Kl. als Schulleiter ebenso wie für seine Lehrtätigkeit. Die Revision des Kl. war jedoch erfolgreich.

Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer seien u.a. dann als Werbungskosten zu berücksichtigen, wenn dem Steuerpflichtigen für die berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Die Höhe der abziehbaren Aufwendungen sei dann auf 2.400 DM begrenzt.

Einem Schulleiter und Lehrer stehe das Dienstzimmer in der Schule regelmäßig nur für die Verwaltungstätigkeit, nicht aber für die Lehrtätigkeit zur Verfügung. Schulverwaltung und Unterricht seien unterschiedliche Aufgabenbereiche einer Erwerbstätigkeit. Die Überlassung des Dienstzimmers durch den Dienstherrn knüpfe an die übertragenen Verwaltungsaufgaben an. Vor diesem Hintergrund seien die Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer des Kl. iHv. 2.400 DM als Werbungskosten bei dessen Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit zu berücksichtigen.

Quelle: BFH online
[§§ 4 V 1 Nr.6b S.2 Alt.2, 9 V EStG]


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